Just

Episoden in der Calwer Passage

9.5.-18.6.2014
Just Masthead Just Masthead

Michl Schmidt

Sortiment

Die Installation „Sortiment“ verwaltet die Materialien, die während des Ausstellungsprojektes „Just-Episoden in der Calwer Passage“ zum Einsatz kommen. Die Materialen werden einer Struktur hinzugefügt und entnommen, die in ihrer Beschaffenheit und Erscheinung immer auf die jeweiligen Umstände des Bestands reagiert und sich den jeweiligen Anforderungen anpasst, sich also über den gesamten Zeitraum in einem ständigen Wandel befindet. „Sortiment“ stellt so die ästhetische, aber auch die praktische Akkumulation von verwendbaren Materialien dar, die im „Sortiment“ für kurze Zeit Teil der Installation werden, gleichzeitig jedoch im Moment der Ausgabe Gegenstände des Gebrauchs bleiben.

Raum A

Daniela Wolf

Arbeiterdenkmal

In zwei Leuchtkästen setzt die Fotografin und Bildhauerin Daniela Wolf Mitarbeitern der Villa Merkel in Esslingen ein „Arbeiterdenkmal“. Die Helden in Schwarz-Weiss posieren auf strahlendem Licht und haben sich jeglichen Anzeichens ihrer Arbeit entledigt. Dass sie teilweise ihren Lebensunterhalt als Ausstellungstechniker in der Galerie bestreiten, um ihrer eigentlichen Arbeit als Künstler nachgehen zu können, könnte einer der subtilen Verweise sein, die Daniela Wolf in ihre hybride Bildsprache aus Dokumentation und konzeptioneller Fotografie legt.

Raum A

Anja Koch

Präsentation Dingling

Steuern in eine der Oasen Stuttgarts. Das kleines Schmuckstück am Rotebühlplatz entstand im Rahmen von städtebaulichen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Vis-à-vis der Teekannenvitrine wird Johann Melchior Dinglingers gedacht, einem Star der Juwelenkunst. Als magisches Denkmalschutz-Amulett wurde ein kleinteiliger Anker und Magnet mit Strahlkraft gebaut. Er ist verkleinert auf 8,4 cm Länge in Richtung Theodor-Heuss-Straße. Nutzen Sie die Sitzmöglichkeit, sich vor Ort zu erinnern oder stehen Sie in der Gelateria Vittorio Emmanuele auf dem Paul Bonatz Eis und denken Sie sich: „Eine allzu voreilige Werbetätigkeit für modische Erzeugnisse, die eine gesunde Fortentwicklung gefährden muss, lehne ich nicht ab“. Achtung: Ein Nicht-Stuttgarter findet die Passage nicht, der Eingang ist ein Loch.

Passage

Siya Mthembu mit der Vagabundenband

Am Freitag gastiert der Vagabundenkongress mit einer 120-Minuten-Party in Raum B von JUST – Episoden in der Calwer Passage.

Fr 13.6., 22–24 Uhr
Raum B

Kerstin Schaefer

EX VOTO Stuttgart

Im von ihr als atmosphärisches Ensemble mit Werkstattcharakter aufgebauten Raum wird Kerstin Schaefer die Gedanken und Wünsche aller Besucher auf einer großen Landkarte aufmalen. Geheime Wunschbox zur anonymen Abgabe steht bereit. Gleichzeitig können die Besucher auf wassergetränkten Lagen Papier Ihre eigenen Wünsche und Dankbilder (EX VOTO – Dankbild für erfüllte Wünsche und Gelöbnisse) malen und diese nach Trocknung mitnehmen. Kerstin Schaefer wird als weitere Gäste Schauspielerinnen und Musiker einladen, unter der Woche mit eigenen Arbeiten zum Thema „WUNSCH“ gemeinsam und parallel mit ihr zu arbeiten. Zur Eröffnung von Episode 6 am Freitag, dem 13.6. wird von 19–22 Uhr Wunderbare Katze durch Raum C streifen und diesen elektro-human-akustisch bespielen. Die Musiker Mai und Mohácsi haben zum Ansatz, das Stimmungsbarometer der Besucher musikalisch nachzuempfinden. Der Bogen zwischen Wunsch und Wirklichkeit wird hierbei musikalisches Arbeits- und Experimentierfeld, das akustische Ergebnis hörbare Transformation.

Raum C

Begleitbüro SOUP

Interpassiven Videowerkstatt

Das Stuttgarter Observatorium Urbaner Phänomene (SOUP) gestaltet eine „interpassive Videowerkstatt“ als „Prokrastinationslandschaft“, um spezifischen Selbst- und Fremdbeobachtungen Raum zu geben. Ausgangspunkt sind viele Stunden ungeschnittenen Videomaterials, aufgenommen im Laufe zahlreicher Ausstellungs- Interventions- und Performanceprojekte, die von SOUP in den letzten Jahren durchgeführt worden sind. SOUP lädt dazu ein, diese größtenteils noch von niemandem gesichteten Dokumente in angenehmem Ambiente zwanglos interpassiv zu betrachten, zu befragen und auf ihre Tauglichkeit zu prüfen, oder auch dies zu unterlassen. In Anlehnung an das Motiv der „großen Kurve“ – den Schienenverlauf, der nach dem Feuerbacher Tunnel zum Stuttgarter Hauptbahnhof führt – wird unter anderem versucht, einen großen Bogen zu schlagen und sich an jenem „ganz großen Kino“ entlang zu arbeiten, das sich dem aufmerksamen Reisenden bei der Einfahrt nach Stuttgart mit der Eisenbahn (gegenwärtig noch) bietet. Unter dem Titel „Magistralenfortschritt – die Utopie auf der Zielgeraden“ wird Michael Gompf hierzu am Dienstag 17.6. um 19 Uhr einen Vortrag anschließen.

Raum D

AkademischeBetriebsKapelle

Die ROCKBAND der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste

Das neue Dilettieren als Ausweg aus der beruflichen Sackgasse. Zu den tiefgründigen Texten von Professor Rolf Bier über die Kunst und das Leben spielt die ABK seit mehr als einem Jahr den dazugehörigen Sound! In der Freiheit der Dilettanten bewegt sich die ABK im Spannungsfeld zwischen John Cage und Hansi Hintenseer. Auf subversive Art werden neue Formate platziert und ausgelotet. Dabei wird die Auseinandersetzung mit dem Raum auf die gleiche Stufe mit der Musik und der visuellen Performance gesetzt. Für die Calwer Passage wird eine bildhauerische Szenerie im Raum E entwickelt, die die gesellschaftliche Bedeutung der Kunst in der heutigen, von Kommerz geprägten Wahrnehmung untermauert und gleichzeitig in Frage stellt. Die skulpturale Struktur des Raumes wird durch musikalische Beiträge ergänzt und durch die Partizipation vollzogen. Die Versuchsanordnung der geometrischen Elemente fördert die Diversität im sozialen Bühnensystem der Einkaufspassage.

Vocal: Alf  Setzer
Gitarre: Daniel Mijic
Schlagzeug: Frank Hoffmann
Keyboard: Tilmann Eberwein
Bass: Justyna Koeke
Posaune: Angelika Weingardt
Maultrommel: Thomas Ruppel

Mi 18.6., 21 Uhr
Konzert von AkademischeBetriebsKapelle

Raum E

Michael Marschner&Matthias Pilsl

Die Raumzeichnungen von Michael Marschner und Matthias Pilsl halten flüchtige Bewegungen in ihrem Umfeld fest und geben den Wahrnehmungen der beiden Zeichner Form. Im Verlauf der Woche werden prozessuale Strukturen dieser Beobachtungsarbeit in unterschiedlichen Räumen auftauchen und sich wieder auflösen, um andernorts und zu einer anderen Zeit erneut aufgenommen und verdichtet zu werden. Die Architektur fungiert hier als „Träger“ der Intervention, der Passant als Impulsgeber für die zeichnerische Verortung der Phänomene von Raum, Zeit, Spur und Veränderung.

Raum E & Raum G

Héctor Moro&Sienna Shields

ARRIGETCH*, video I: 'concrete shadows'

Concrete Shadows ist ein Segment aus der fünfteiligen Videoinstallation „Arrigetch“ (Inupiat für „Finger der ausgestreckten Hand“) der amerikanischen Künstlerin Sienna Shields. In einem Live-Konzert am Freitag Abend spielt der chilenische Komponist Héctor Moro direkt zu den Bildern und erweitert die poetische Welt von Arrigetch um den Ausstellungsraum.

Sienna Shields: Video Héctor Moro: Musik (electronics, mallet midi trigger bei 'concrete shadows') Wolfgang Stryi: Kontrabassklarinette bei 'celephaïs'

Fr 13.6., 21 Uhr

Raum G

Kristof Gavrielides

JUST Now

How does the "world" feel now? Was empfindet die „Welt“ in diesem Augenblick? „Now“ ist eine mediale Installation, die in Echtzeit den weltweiten Datenverkehr von zeichenbasierten Kommunikationsströmen filtert auf der Suche nach den ASCII Zeichen :-) und :-(, die stellvertretend für den Ausdruck von Freude und Trauer von Milliarden Menschen grenz- und kulturübergreifend verstanden werden. „Now“ stellt die Daten in ihren örtlichen Bezug und liefert damit Hinweise auf die emotionale Verfassung in den Teilen der Welt, die einen Zugang zum freien Internet haben und liefert damit gleichzeitig eine Landkarte der Datennutzung und -abhängigkeit, wie auch ihrer Abgrenzungen. Beobachtet man „Now“, so glaubt man das kollektive Empfinden der vernetzten Menschheit im Augenblick zu erkennen.

Raum G

Jonas Hohnke

Folgt man Jonas Hohnke auf seinen Untersuchungen von Räumen und Alltagsmaterialien, könnte man ihn als einen minimalistischen Flaneur entlarven. Mit gezielten Materialproben und Formzitaten dekonstruiert er gewohnte Erscheinungsformen. Ohne ihre Eigenschaften zu verändern, kombiniert und reduziert der Künstler bewusst profane Produkte und überführt sie in einen musealen Raum.

Passage & Raum G

ZEITGENOSSEN

Medial-tänzerische Fragmente über Michael Endes „Momo“

zu Gast bei JUST – Episoden in der Calwer Passage Eintritt gegen Spende
Die Produktion ZEITGENOSSEN ist eine philosophische Betrachtung der Zeit, in der sich die Videokünstlerin Anja Abele und die Tänzerin Dorothea Eitel mit den hochaktuellen Sinnfragen aus Michael Endes Geschichte „Momo“ auseinandersetzen. Sie beobachten, dass Menschen oftmals nicht in die Werte investieren, die ihnen eigentlich wichtig sind. Wofür lohnt es sich, Zeit zu investieren? Zeit zu haben? Diese und andere persönliche Fragen werden an diesem Abend virtuell, bildreich und tänzerisch verhandelt und darüber hinaus musikalisch und szenisch live interpretiert durch die Harfenspielerin Antonia Ravens und den Schauspieler Dennis Rehner.

Sa 14.6. und So 15.6., je 20 Uhr

Raum G

Christine Schönherr

Planänderung

Während des Raumstipendiums in der Calwer Passage wird das vorformulierte Ausstellungskonzept weiter entwickelt und noch verändert. Es lebt von den Eindrücken und den Umständen die während dieser Zeit auf die Künstlerin und das Konzept einwirken. Die unterschiedlichen Stadien sind jederzeit einsehbar. Das Resultat wird am 18. Juni zu sehen sein. Die Finissage ist die Vernissage.

Raum H

Anne Pflug

Videorituale

Anne Pflugs Videorituale „Pastels in Skins“, „Widowlight“ (2014) und „turn“ (2013) sind experimentelle Auseinandersetzung und Grenzgänge zwischen Materialitäten, Zeichen und Atmosphären. Bilder und Musik verwischen die Grenzen zwischen Fleisch und Hülle, Gestalt und Rolle, Natur und Künstlichkeit und kreuzen historische, sexuelle und phantastische Verweise miteinander. Sie sind lyrische Performances und „der Versuch, Übergänge zwischen Zonen der Körperlichkeit zu schaffen, die einmal weich sind wie Watte und einmal hart wie Eis“.

Raum L

Astrid Schindler

Kein Titel; Kreidemarker auf Glas; ca. 14x3m
Kein Titel; Absperrband 1,5 km; ca. 10x10x3m

Von den architektonischen Gegebenheiten ausgehend erschließt Astrid Schindler den Raum in den kommenden fünf Tagen über zwei Liniennetze. Beide Raumzeichnung arbeiten mit den Möglichkeiten der Linie als raumkonstituierendes Instrument.

Raum M

Dein Klub

W O T Ø R W O E R L D 2 – Kinonacht

Seit 12 Jahren dreht „Dein Klub“, öffentlicher Treff in der Abstellkammer des Kunstraumes Oberwelt, große Filme lippensynchron auf 12,5 Quadratmetern nach. Über tausend (Stamm-)gäste wechseln ständig in allen Haupt- und Nebenrollen, kenntlich gemacht mit improvisierten Accessoires und spontan gebastelten Requisiten aus dem Fundus der von unzähligen Mitbringseln allmählich zuwuchernden Kammer. Der Raum geht auch als seine Kopie mit halbtransparenten Malerfoliewänden international auf Tour, so dass Menschen vieler Länder zu der vielstimmigen Laien-Antwort auf die Filmindustrie beigetragen haben. Zum zweiten Mal erscheint nun eine DVD, die für die Beteiligten produziert und selten öffentlich gezeigt wird. Nach dem Initialfilm „Waterworld“ ist mittlerweile „Titanic“ Vorlage, von dem bis heute 108 von 187 Minuten nachgedreht sind und mit Soundtrack in verschiedenen Sprachen vorliegen. www.oberwelt.de/deinklub

Di 17.6., 21.30 Uhr

Passage

Iasselon Friedendorp

Nearest Neighbour

Die Besucher von Raum B erwartet mit der „Divine Design Performance“ der beiden Experimentalarchitekten und zwei Beamern eine Fusion aus Zwillingspixeln und der zum Erbrechen rührende Poesie zwei sich verschlingender Doppelhaushälften.

Mi 18.6., 20 Uhr

Raum B

Jan Nicola Angermann

Modenschau

Jan Nicola Angermann beschäftigte sich künstlerisch mit den neuen Göttern wie Ravokuhi, Fuvoma und Eukabo. Er präsentiert die Götter in Form von eigenen Kleiderkreationen und interveniert mit einer Modenschau in der Calwer Passage.

in der Passage

Laura Bernhardt

7 Szenen zur Kunst

In der Abfolge von sieben Tagen wird Laura Bernhardt in sieben Szenen Situationen der Kunstvermittlung mit Objekten ihrer Sammlung durchspielen.

Programm:

Vernissage
„Polygetränke und Zwischenbeiden“, Fragemente aus: Die futuristische Küche. Filippo Tommaso Marinetti u. Fillia. Aus d. Ital. von Klaus M. Rarisch. Stuttgart: Klett-Cotta, 1983. (Cotta’s Biblothek der Moderne; 12) nach der Originalausgabe von 1932. Kapitel „Die Massgebenden futuristischen Diners, Offizielles Essen“, S.127. Personal: Laura Bernhardt, Simon Haßler
Fr 6.6., ab 20 Uhr

Museumsshop
Ein unbrauchbares Objekt der Installation von Wolf Vostell: TC 416 Original Fernbedienung der Installation von Wolf Vostell, „Gehirn als Videokamera“, 1977
Sa 7.6., 10–16 Uhr

Matinée
Gespräch zwischen Laura Bernhardt und Boris Nieslony über dessen Atlas Performance-Art Kontext, Performative Ansätze in Kunst und Wissenschaft am Beispiel der "performance art". Version 02, Mainz.
So 8.6., 12 Uhr

montags geschlossen
Ausstellungsobjekt: „So kann Parteidiktatur überwunden werden“, Joseph Beuys, 1971, bedruckte Plastiktüte
Mo 9.6., 10–20 Uhr

Kuratorenführung
zum Objekt mobile phone „harajuku“ von UKIYO CAMERA SYSTEMS (Georg Winter) mit Laura Bernhardt
Di 10.6., 16 und 19 Uhr

Roundtable
Was ist ...? Texte stehen zum Lesen und zur Diskussion berei
Mi 11.6., 10–20 Uhr

Finissage
Das Kunstwerk, 2014 Produzent: Laura Bernhardt Kamera: Kristof Gavrielides
Do 12.6., ab 19 Uhr

Raum B

Barbara Armbruster

Selektion

Farbproben, die Barbara Armbruster während ihres Arbeitsprozesses 2013 sammelte, bilden den Ausgangspunkt für ihre entstehende Installation mit Fotografien. Die Fotografien sind Resultat eines längeren Arbeitsaufenthaltes in Cairo, die für das Buchprojekt MYCAI konzeptionell mit der ägyptischen Künstlerin Hala Elkoussy erarbeitet wurden. Sowohl der Malerei Armbrusters als auch ihren Fotoarbeiten liegt der Kulturraum Cairos zugrunde, welcher mit der Wahrnehmung der Künstlerin, die von mehr als 10 Jahren Erfahrung in beiden Kulturräumen geprägt ist, einem fortwährenden Vergleich ausgesetzt ist. Im Anschluss an die Vernissage am Freitag, wird Barbara Armbruster von Montag bis Donnerstag vormittags ihr Fotoarchiv sichten und in Beziehung zu ihrem neuen malerischen Ansatz setzen.

Raum C

Hans D. Christ & Iris Dressler

Die Phantasmen des ganzen und zerstückelten Körpers (1995–2014)

Hans D. Christ und Iris Dressler stellen den Besuchern von Raum E ihr Bild- und Referenzarchiv zur Verfügung, welches sie seit den 90er Jahren für ihre kuratorische Arbeit nutzen und ausbauen. Ein Impuls für die umfassende Bildsammlung war 1997 die Ausstellung „Shortcuts: Anschlüsse an den Körper“ in Dortmund und diente zuletzt der Konzeption zur derzeitigen Ausstellung „Geste“ im WKV Stuttgart. Die aus ihren Zusammenhängen herausgelöste Bilder lassen sich als Schlagworte zu Repräsentationsweisen und Vorstellungen des menschlichen Körpers querlesen, zu neuen Sequenzen legen oder als Instrumentarium zur Interpretation der benachbarten Arbeiten und den örtlichen Kontexten nutzen. Am letzten Tag der Woche geben die beiden Kuratoren Einblicke in ihre Lesarten und laden zum Tischgespräch mit Bildern ein.

Do, 12.6., 20 Uhr
Tischgespräch mit Hans D. Christ und Iris Dressler
Raum E

Kai Fischer

SPAN

Kai Fischer bezieht die Inspiration zu seiner neuen Arbeit SPAN aus der Auseinandersetzung mit der alltäglichen Überreizung in den Fluten von Information, Internet, ständiger Erreichbarkeit, Übersexualisierung, Urbanisierung, sozialer Deformation, Lärmbelastung und Rausch. Im Stakkato filmisch projizierter Fotos soll sich der Betrachter in der „Zeitspanne“ verlieren. Die rasche Abfolge der Bilderflut und eine schroffe Geräuschkulisse wecken Gefühle wie Wut, Angst, Euphorie, Überforderung, Einsamkeit oder Verwirrung und impulsiert sexuell, kulturell als auch politisch. Im Fokus der Visualisierung steht der mit sich selbst konfrontierte und auf sich allein gestellte Mensch – post-barock.

Raum E

Malte Reinisch

Makroschirm

Das Lichtobjekt „Makroschirm“ simuliert das Grundprinzip der additiven Farbmischung digitaler Displays, die täglich auf unsere Netzhaut projiziert wird. Es besteht aus 51 Leuchtstoffröhren, welche waagerecht direkt übereinander fixiert und abwechselnd mit roter, grüner und blauer Folie umwickelt sind. Nur aus großer Distanz vermag unser Auge die grobe Pixelmatrix des Objekts aufzulösen. Was aus räumlicher Nähe als konkretes Ausstellungsobjekt mit minimaler Formensprache betrachtet werden kann, wird beim distanzierten Blick auf das Schaufenster der Ladenfläche zu einem leeren, leuchtenden Display und mögliche Projektionsfläche für dessen kontextbedingten Gebrauch.

Raum E

Just Black and White II – Linie, Fläche, Raum

Nino Baumgartner

Integrated Stretch

Mit Integrated Stretch passt Nino Baumgartner Linien in den Raum, die skulpturale Akzente setzen und ihn zugleich zeichnerisch dekonstriueren. Sein modulares Material sind Bambus und Isolierband.

Helmut Dietz

Shedding Light

Der skulpturale Eingriff von Helmut Dietz durch Licht restrukturiert den Raum. Formgebend wirken bestehende archivektonische Strukturen, die als Lichtquellen Raumelemente ambivalenter Dichte schaffen.

Marcus Fauser

Gaffa hält die Welt zusammen

Zwei Bilder aus seiner neuen Werkreihe „Hommage an Soulages“ zeigen Marcus Fausers Einsatz von Gafaband als malerisches Medium. Die materiellen Qualitäten reizt er plastisch aus. Licht und Schatten sind seiner Arbeit übergeordnete Kriterien, während seine Palette auf Schwarz reduziert bleibt.

Karin Lehmann

Im Lauf der Woche reagiert die Berner Künstlerin auf die Kontraste aus hell und dunkel, scharf und unscharf, materiell und immateriell.

Raum G

Maria Grazia Sacchitelli

Wandering 2014

Maria Grazia Sacchitelli wird täglich von 13 bis 20 Uhr an einer sich wandelnden Rauminstallation arbeiten. Zeltgerüste und schwarze, gebrauchte Stretchfolien arrangiert sie zu einem provisorischen Raum im Raum, der der verblassten, exklusiven Ausstattung der Einkaufspassage konträr gegenübersteht. Temporär, flexibel und improvisiert wird dieser „neue Raum“ inmitten der statischen Architektur von der Künstlerin, Freunden und Interessierten jeden Tag neu zusammengesteckt und verkleidet, so dass nur abends und nachts das Ergebnis dieses „Workflows“ zu sehen und zu erfahren sein wird, bis sich am kommenden Tag wieder alles verändert. 

Raum H

Siya Mthembu

NOMORETUESDAYS

Mit Siya Mthembu aus Johannesburg ist diese Woche der Vagabundenkongress zu Gast. Live aus der Calwer Passage produziert und sendet Mthembu seine Radiosendung NOMORETUESDAYS (www.nomoretuesdays.com). Weitere Interventionen Vagabundierender sind zu erwarten. 

Raum L

Jiju Lee & Helene Meier

Ein Spiegel für körperlose Dinge

Narziss, den wir ertrunken glauben, starb am Entzücken über seine eigene Schönheit. Die Katharsis der Befriedigung seiner tiefen Neugier sich selbst gegenüber und der Glaube, ein so wunderschönes Wesen zu sein, ließen ihn die Vorsicht verlieren, die er angesichts der Endlichkeit seines menschlichen Daseins hätte pflegen sollen. Die Unachtsamkeit folgte der Schönheit, und was er durch die Selbsterkenntnis entdeckte, entschied sein Ende. In ihren Arrangements aus bestehenden und neu entstehender Werke kreisen Jiju Lee und Helene Meier um Textualitäten von „Identität“ und „Reflexion“ und suchen diese mit der Semantik des Raums zu verweben. 

Raum M

Martina Geiger-Gerlach

NIX

Martina Geiger-Gerlach stellt den Besuchern, den Teilnehmern und den Organisatoren von JUST eine Skulptur2go zur Ausleihe zur Verfügung. Das Wort „NIX“ liegt im Shop als tragbares Set bereit und kann mit Hilfe von Schraubzwingen und Aufbauanleitung am Ort des Bedarfs freistehend aufgestellt werden. Die Skulptur wird außerdem als unlimitiertes Multiple-on-Demand angeboten.

Ausleihzeiten: täglich 10–20 Uhr

Raum B

Julia Döbele

PeepShowStimme. Authentizitätstraining zum Zuschaun Ein Einblicksevent mit Julia Döbele und Gästen um 20:00

Echt, authentisch, wahrhaftig, das „sollen“ wir sein. Die Stimme bietet eine weite Arbeitsfläche und einen großen Erlebnisraum für das, was alle suchen: die „absolute Individualität“. Spielerisch und mit Humor, ernsthaft und mit Durchhaltevermögen, arbeitet Julia Döbele in einem Peep-Show-Format und leite ihre Gäste durch den Stimmjungel. Die Schaufenstersituation erlaubt dem Zuschauer eine ganz ähnliche Erfahrung wie beim Blick durch das Schlüsselloch in die Intimität, in welcher sich normalerweise ein solches Stimmtraining abspielt, das Döbele auch als Stimmhygiene bezeichnet. Gäste: Laura Bernhardt, Demian Bern und Martina Geiger-Gerlach Dauer: ca. 1 1/2 Stunden

Raum B

Julia Döbele

Podiumsdiskussion um 19:30: Vom Leben und Sterben in Kultur und Medien – Fünf Geschichten aus dem Kulturbetrieb

Gäste:
Markus Hassold, Drummer, Jurist, Stuttgart
Matthias Hornschuh, Komponist für Film, Radio,Theater, Köln
Andreas Hykade, Trickfilmregisseur, Stuttgart
Markus Rennhack, Gitarrist der Band ‚unloved’, Leipzig
Diethard Sohn, Maler, Stuttgart

Zusammen mit JUST lädt Julia Döbele ein, das Gespräch mit fünf Repräsentanten des Kulturbetriebs zu suchen. Folgende Fragen stehen hierbei im Mittelpunkt: In welcher Infrastruktur bewegt sich das Leben der Kunstschaffenden? Welche Rolle spielen Kulturförderung, Urheberrecht oder KSK? Was ist uns künstlerisches Schaffen wert? Wie kann eine Zukunft aussehen und wie die gegenwärtige Überlebens-Realität beurteilt werden? Zu den fünf Gesprächsteilnehmern werden sich weitere fachkundige Gäste mischen, z.B. vom Pop Büro Baden Württemberg, dem Württembergischen Kunstverein oder dem Baden Württembergischen Tonkünstlerverband. Nach den Impulsreferaten der Gäste ist Raum für Auseinandersetzung und Fragen zum Thema.

Raum B

Uli Schmidt

Friss oder stirb

Für eine Woche wird in einem vermeintlichen Planungsbüro „Neues“ erfunden. Als Leitbilder dienen sowohl die Wünsche Stuttgarter Bürger als auch utopische Projektskizzen namhafter Architekturbüros, die bei weltweiten Ausschreibungen entstanden sind. Das gemeinsame Motto ist der Ausgleich zwischen Kultur, Kommerz und Klima. Zur Finissage am Donnerstag, dem 5. Juni um 21: 30 Uhr, entscheidet sich, welche der Utopien überleben darf: Die Bilder werden durch Julia Döbele* versteigert; findet eine Arbeit seinen Käufer, ist das Bild und damit ein Stück nachhaltige Utopie gerettet; fällt der Hammer jedoch nicht, landet das Werk im Beton.

Raum C

Klasse Jankowski

Vom 30. Mai bis einschließlich 12. Juni bespielen Studierende der ABK Stuttgart aus der Klasse von Christian Jankowski – zurzeit unter der Leitung von Mike Bouchet – die Calwer Passage. Die jungen Künstler werden in einem ehemaligen Verkaufsraum agieren, der ihnen während dieser Zeitspanne als gemeinsame Plattform dient. Aus dem Zusammenspiel der einzelnen künstlerischen Arbeiten werden sich so Beziehungen sowohl innerhalb dieses „Labors“ als auch nach außen hin in ihrer Entwicklung mit verfolgen lassen. Dabei bedienen sich die Künstler ganz unterschiedlicher Formen von Projekten, Ausstellungen, Seminaren oder Performances, um eine spannungsreiche Dramaturgie wechselnder Bezüge zu Raum, Zeit, Medien und Publikum entstehen zu lassen.

Programm:

Aleksandra Beeker & Nataliya Gurevich

Full-body muscle work out with Manuel
Installation, Performance, Soundinstallation von Nataliya Gurevich
Manuel, ein kunstbegeisterter Fitnesstrainer erklärt, wie er immer fit bleibt. Die Tipps können die Besucher gleich umsetzen.
Sa 31.5., 20 Uhr

Nataliya Gurevich

Jongleur
Ein Schaufenster mit einem bekleideten Mannequin.
2.-7.6.

Min Bark & Elias Klett

„Quality Time“ – Ein Mutter-Sohn-Projekt
Künstler: Min Bark (Mutter), Elias Klett (Sohn) / Medium: Skulptur/Performance / Dauer: 5 Tage Min Bark macht ihre persönliche „quality time“ mit ihrem Sohn Elias Klett zu einer öffentlich zugänglichen Angelegenheit. Fünf Tage lang werden Mutter und Sohn täglich von 10–13:30 Uhr gemeinsam an einer Skulptur arbeiten.
1.–5.6.

Charlie Stein

o.T.
Einkaufswagen in Beton
1.5.-5.6

Kyunghye Min

Education for „Delicate“
Finden Sie, dass Ihnen Feinfühligkeit fehlt, oder dass Sie mehr Feingefühl in sich haben sollten? Herzlich willkommen bei Education for „Delicate“! Jeder der Teilnehmenden bekommt zwei Essstäbchen, mit dessen Hilfe er Samen in eine Glasflasche transportieren soll. Die Übung besteht aus mehreren Niveaus. Je schwieriger der Grad, desto kleiner sind die Samen. Es wird um eine Anmeldung gebeten:dalbitzayu@naver.com
Mi 4.6., 19 Uhr

Dirk Reimes

Kunstspringen in der Calwer Passage: Angewandte Sportpsychologie für Künstler
Was haben Künstler mit Leistungssportlern zu tun? Dass es letzten Endes Kopfsache ist, wer erfolgreich ist oder nicht. Sportler holen sich Rat und Unterstützung bei Sportpsychologen – Hilfe, von der auch Künstler profitieren können. Dr. Tanja Hohmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft Stuttgart, wird in ihrem Vortrag im Besonderen auf die Wettkampfsituation eingehen, auf den Moment, wo es auf die bestmögliche Performance ankommt. Wie geht man mit der Anspannung und der Nervosität um, wie lässt sich die maximale Leistung abrufen? Dazu werden verschiedene Methoden und Techniken aus der angewandten Sportpsychologie vorgestellt und praktisch erprobt. Der „Sprung“ zur perfekten Performance soll damit gelingen!
Do 5.6., 20 Uhr

Andrea Éva Györi

Legalillanalyzis
Die von Andrea Éva Győri entworfenen Kunstwerke werden vom Politikwissenschaftler Jonas Löser performativ kommentiert.
Fr 6.6.

A. Hernández Westpfahl

Kakteen im Diskurs
Am Samstag, den 7.6. um 19:00 findet in der Calwer Passage ein Kakteensymposium statt. Hierbei halten Kakteenexperten Vorträge über ihr jeweiliges Fachgebiet. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Kakteenfreunden Württembergs e.V. statt.
Sa 7.6., 19 Uhr

Jan-Hendrik Pelz

personal data
Die Serie „personal data" enthält persönliche Dokumente von Jan-Hendrik Pelz aus den Jahren 1999–2014, welche vom Künstler handsigniert und nummeriert wurden. Die Arbeit besteht aus 100 Anschreiben, Arztbefunden, Kontoauszügen, Bankkarten, Liebesbriefen, Kündigungsschreiben, Ausweisen, Gerichtsschreiben, Urkunden, Zeugnissen, Anzeigen, Mahnungen, Amtsschreiben und Röntgenbildern des Künstlers. Jeder Besucher erhält ein Blatt der Serie.
So 8.6.

Johannes Stoll

o.T
Vom 8. bis 12. Juni lädt Johannes Stoll die Passanten der Calwer Passage dazu ein, ihren Besuch mit dem persönlichen Singsang des Künstlers untermalen zu lassen. Dazu baut der Künstler einen kleinen Stand auf, an dem die Passanten mp3-Player zur Verfügung gestellt bekommen. Zu hören sind Melodien, die während des Schlenderns durch verschiedene Ausstellungen inspiriert wurden und entstanden sind.

Damaris Wurster

Schrebergärtlein
Ein Schrebergärtlein ist ansehnlich, heimelig und gibt einem das Gefühl der Naturverbundenheit. Doch ein Schrebergärtlein ist auch begrenzt, voller Regeln und eine vom Menschen erschaffene Natur, die unter strikter Aufsicht des Kollektivs steht. Die Installation wirft einen Blick auf das Kollektiv, dass versucht Andersdenkende zu verändern. Erziehungsmaschinen, die einst Moritz Schreber erfunden hat, dienen hier als Projektionsfläche für die Gedanken der Künstlerin.
9.–10.6.

SD Drua

What is Stuttgart – Was ist Stuttgart
Sculptures, paintings, video and performing Mozart Pino. SD Drua und Josef Maria Pino Liobner und Freunde. Aus ist Kunst.
Do 12.6.

Raum D

Michael Blättler, Michael Hiltbrunner & Eva Kurz

Rebell Yell - Killjoy!

Ohne eine Einladung des Journals für Kunst, Sex und Mathematik haben wir uns für diese Präsentation von Positionen aus Zürich auf den Gegensatz fröhlichen Übermuts mit Sex, Rock und Moped von Eva Kurz versus konzeptuelle Verspieltheit mit Aleatorik und Algorithmus von Michael Blättler eingeschossen. Lösen wir die Mathematik aus der Verkopftheit und die Sexualität aus der Borniertheit, ergeben sich schöne Momente der Lust, der Begierde, des Ichs, Saitenanschläge für extravagante Vagabunden, wie Max Stirner sie nannte, aber auch eine Ausgeglichenheit dieser Erregung. Die Erotik des Glückswürfels wird spürbar und auch die algorithmische Klarheit von Körperlichkeit in der Gesellschaft. Wir befinden uns, das ist das Ziel, in einem bestimmten Schwebezustand. Michael Blättler zeigt die Objektreihe Killjoy #1–6, 2014 mit sechs Rubik’s-Cube-Bausätzen. Die sonst mehrfarbigen Würfel sind hier als monochrome Reihe konzipiert und bilden so eine Hommage an den 40. Geburtstag des 3D-Puzzles von Ernő Rubik. Mit Rebel Yell Fotografien präsentiert Eva Kurz zum einen ein als Wandtapete realisiertes Diptychon mit einem männlichen Akt und zum anderen eine Zusammenstellung von rund hundert Kleinbildfotografien von sinnlicher bis obszöner Individualität.

Fr 30.5., 19.30 Uhr
Michael Blättler: Zufallskomposition #7, 2014 für sechs Kompaktkassetten bespielt mit Sinustönen
Michael Hiltbrunner: die szenische Lesung o.T. (Isou et les Isouiens) umfasst eine Textcollage aus der obszönen Publikation Isou ou la mécanique des femmes (1949) des Künstlers und Begründers des Lettrismus, Isidore Isou (1925–2007), und ein Rasselsolo.
Raum E

Sabrina Schray & Valentin Leuschel

CIS Performance Showreel - Körper, Verlangen und Furcht

Adonis und Amazone sind zu Ende gedacht, in ihrer Reinform selbst schon Zerrspiegel des dichotomen Geschlechterbilds der Heten. Das anbetungswürdige Maskuline? Schwul. Der Mann braucht keine Anbetung, er erobert. Und das selbstbestimmte Feminine? Butchy. Die Frau präsentiert sich heute zwar als selbstständig, modifiziert ihren Körper aber dennoch nach dem einheitlichen Ideal der schönen Schwachen, die den Mann in seiner Überlegenheit nicht gefährdet, sonder schmückt.

Eine Musikvideoproduktion mit Casting, Training/Konditionierung, Showreel

Programm:

Fr 30.5., ab 19 Uhr
OPEN CALL casting

Sa 31.5., 13–15 Uhr
Training für die Gruppe ADONIS

So 1.6., ab 15 Uhr
OPEN CALL casting

Mo 2.6., 18:30–20:30 Uhr
Training für die Gruppe AMAZONE

Mi 4.6., 21:30–22:30 Uhr
Auftritt AMAZONE

Do 5.6., 21.30–22.30 Uhr
Auftritt ADONIS

Raum G

Kilian Kretschmer

Hors d’oeuvre (2014), Kopie (2014), Steinzeit (2012), Beatmikado (2012)

Hors d’oeuvre ist eine 3-Kanal 3D-Videoinstallation. Sie zeigt auf dokumentarische Art wie eine Foodstylistin (Carla Kiefer) und ein Fotograf (Oliver Bartenschlager) Lebensmittel in ihrem Studio für eine Fotografie herrichten. Auf zwei Projektionsflächen außerhalb eines Ladenraumes laufen zwei Videos jeweils aus der Perspektive des linken und des rechten Auges. Diese spiegeln sich auf zwei im Winkel stehenden Schaufenstern wider und ergänzen sich zu einem einzigen dreidimensionalen Video, wenn sich der/die Betrachter/in nahe genug an die verbindende Kante zwischen den Fenstern stellt. Die Videoinstallation führt nicht wie ein Blick hinter die Kulisse zur Desillusionierung. Im Gegenteil: durch die Art der Darstellung zeigt sie das Verhältnis der Fotografie und ihrer Entstehung aus einem irrealen Blickwinkel. Kopie ist eine 1-Kanal Videoinstallation. Sie ist ein direkter Vergleich zwischen einem Spiegelbild der Wirklichkeit und einer medialen Darstellung. Beides zusammen stellt eine Kopie von Man Rays "Indestructible Object (or Object to Be Destroyed)" dar. Zu sehen ist ein tickendes Metronom auf einem Monitor. Jedoch steht das Pendel still und das Metronom sowie der Hintergrund bewegen sich. Auf dem Monitor an der oberen Hälfte des Pendels klebt ein kleiner Spiegel, der genau so groß ist, dass sich nur ein Auge der Betrachterin/des Betrachters in ihm spiegelt. Zwei Videos, eines für das linke und eines für das rechte Auge, laufen synchron. Kombiniert ergeben sie ein dreidimensionales Bild. Die Videos zeigen Kilian Kretschmer als Bildhauer, wie er einen Stein bearbeitet. Er zerkleinert ihn bis zur Hälfte, was für das linke Auge gefilmt wurde. Das zweite Video, in welchem er den Stein so weit zerkleinert, bis er nicht mehr da ist, ist für das rechte Auge gefilmt. Bei Steinzeit zeigt Kretschmer das Video für das linke Auge vorwärts und das Video für das rechte Auge rückwärts laufend. Der Stein wird hierdurch zunehmend dreidimensionaler. Am Ende der Videos ist die Hälfte des Steins komplett in 3D wahrnehmbar. In der Videoarbeit Beatmikado entsteht ein echtes Chaos aus Schlagstöcken. Die Arbeit entstand in Kollaboration mit Steffen Moddrow am Schlagzeug.

Raum H

Hansjörg Mattmüller & Serge Stauffer

o.T. (Volano) – Happenings der Klasse F+F

Ein Film von Hansjörg Mattmüller und Serge Stauffer, 2 Normal-8-Filme, ohne Ton, 1969, je 9.22 min. Courtesy Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek Bern. Die Klasse F+F der damaligen Kunstgewerbeschule Zürich hielt sich vom 15. bis 24. September 1969 für eine Arbeitswoche im Haus der Künstlerin Elsi Giauque in Volano (IT) auf. Die beiden Hauptlehrer Serge Stauffer und Hansjörg Mattmüller drehten zu den Happenings einen Film, wie sie Doris Stauffer mit den Studierenden seit Frühjahr 1969 wöchentlich im Kurs „Teamwork“ realisiert hatte. Der Normal-8-Film ohne Ton, von Stauffer mit Augenbinde blind gefilmt, wird im Original auf zwei Monitoren parallel gezeigt. Der Kurs Teamwork wurde schon im Herbst von der Schulleitung beendet und bildete einen wichtigen Grund für den Austritt unter Protest von Klasse und Lehrenden der F+F aus der Schule Anfangs 1970. Aus dieser Klasse ging 1971 die F+F Schule für experimentelle Gestaltung hervor, an welcher in den Gründungsjahren freie Gestaltungspädagogik, experimentelle Kunst und Kunst als Forschung auf einmalige Weise zusammentrafen. Der Film wurde beim Erschließen des Archivs von Serge Stauffer gefunden und von Michael Hiltbrunner 2013 in der Ausstellung serge stauffer – kunst als forschung im Helmhaus Zürich erstmals wieder gezeigt.

Raum L

Kunstbüro BW

Vortrag um 18 Uhr: Projektförderung im Bereich Bildende Kunst und deren rechtliche Rahmenbedingungen

Viele künstlerische Projekte sind bewusst temporär angelegt, so dass die beteiligten Akteur/innen nur für einen begrenzten Zeitraum zusammenarbeiten. Gleichzeitig sind innovative Projekte im Bereich der Bildenden Kunst essentiell auf die Finanzierung durch öffentliche Mittel angewiesen. Um entsprechende Fördergelder beantragen zu können, müssen Anträge jedoch von einer als gemeinnützig anerkannten juristischen Person gestellt werden. Künstler/innen stellt diese Tatsache immer wieder vor die Frage, in welchem Verbund sie agieren wollen, um größtmögliche Freiheit für kreative Kooperationsformen zu bewahren und dennoch öffentliche Fördergelder beantragen zu können. Der Vortrag von Klaus-Dieter Wülfrath, Fachanwalt für Steuerrecht aus Karlsruhe, stellt inhaltliche Details verschiedener Rechtsformen (GbR/e.V./UG) auf dem Gebiet des Zivil- und Steuerrechts vor, deren Vor- und Nachteile mit dem Publikum und Gästen aus Kulturverwaltung und Kunstszene erläutert und diskutiert werden sollen.

Als Gäste und Diskussionspartner anwesend:
Gerd Dieterich, Kulturamt der Stadt Stuttgart
Kerstin Schaefer, FUKS – Freie Unabhängige Künstler Stuttgart
Demian Bern, Interventionsraum e.V.
Um eine verbindliche Anmeldung zur Veranstaltung unter info@kunstbuero-bw.de wird bis zum 31.05.2014 gebeten.

Raum M

Kunstbüro BW

Vortrag um 18 Uhr: Lost in Insurance – Das Wichtigste zur Kunst- und Künstlerversicherung

Gegensätzlicher könnten zwei Fachgebiete kaum sein: Die Kunstwelt und die Versicherungswelt. Dennoch gibt es Berührungspunkte dieser beiden, scheinbar unvereinbaren Welten: Dann nämlich, wenn Kunst versichert werden muss und kreative Versicherungslösungen erforderlich sind. Doch welche Versicherung ist sinnvoll? Worauf sollte man vor Abschluss einer Versicherung achten? Wie werden Versicherungswerte ermittelt und wie können diese mit Verbindlichkeit Bestandteil des Versicherungsschutzes werden? Welches Verhalten ist im Schadenfall angemessen? Wer unterstützt im Schadenfall? In ihrem Vortrag bietet Cornelia Braun, UFB:UMU (Union freier Berufe und mittelständiger Unternehmen) aus München, einen Überblick über die Facetten der Kunstversicherung, den allgemeinen Versicherungsbedarf freischaffender Künstler/innen oder Galerist/innen und bietet die Möglichkeit zur Diskussion über versicherungstechnische Fragen. Um eine verbindliche Anmeldung zur Veranstaltung unter info@kunstbuero-bw.de wird bis zum 31.05.2014 gebeten.

Raum M

Claudia Strohm

Der andere Uns

Kleider werden heute nur noch selten in Europa direkt produziert. Stattdessen werden sie häufig preisgünstig und unter schlechten Arbeitsbedingungen in Asien hergestellt. Nicht mehr getragene Kleider werden beispielsweise in Deutschland vielfach in dafür vorgesehene Altkleidercontainer geworfen, welche im nächsten Schritt weiter nach Afrika geschickt werden. Anders als von den Spendern erdacht, werden die textilen Containerladungen dort an Zwischenhändler verkauft, die damit ihre Geschäfte machen. Die ansässige Textilproduktion wird durch diese günstigen Kleidertransporte ruiniert. Claudia Strohm initiiert in der Calwer Passage ihre eigene Altkleidersammlung und näht daraus neue Kleidungsstücke. Mit ihrer produktiven Präsenz in der Passage richtet sie sich an die hiesigen Öffentlichkeiten und sucht den Diskurs über die dunklen Seiten des „fair trade“.

Mi / Do 19:30 Tanzperformance von Franck Bakekolo und Petra Stransky

Raum M

FUKS-Treffen

18–20 Uhr

Im Rahmen des monatlich stattfindenden FUKS-Treffens stellt die Stuttgarter Künstlerin Claudia Strohm den Tänzer und Choreograf Franck Bakekolo vor. Der Künstler wird seine kürzlich in Frankreich, Deutschland, England, Kongo und Kamerun realisierten Tanz- und Performanceprojekte präsentieren. Der aus Kongo stammende Tänzer und Choreograf lebt in Brazzaville (Kongo) und Straßburg (Frankreich).

Raum M

Hannes Grassegger

Das Kapital bin ich

Schluss mit der digitalen Leibeigenschaft Erscheinungsdatum: 30. Juni 2014 Verlage: Kein & Aber, Zürich/Berlin

„Wenn persönliche Daten das Erdöl des 21. Jahrhunderts sind – warum bin ich, die Quelle dieser Daten, dann nicht auch der Ölscheich?“ Statt uns vom Web um unser Privatleben betrogen zu fühlen, sollten wir uns über die überwältigende Nachfrage danach klar werden. Das neue Erdöl, der Content, Big Data – das sind wir. Hannes Grassegger zeigt auf, wie wir uns aus der selbstverschuldeten „Digitalen Leibeigenschaft“ befreien, zu einem neuen Selbstbewusstsein finden und an unserem digitalen Leben verdienen.

Raum B

Amanda Moore & Kristof Gavrielides

JUST Shopping: Phase II

A research project by Amanda Moore and Kristof Gavrielides

This project was initiated during the first week of JUST. Every day from 12 PM to 8 PM passerby were invited into “the Shop” to talk about shopping, consumption and related topics. Beginning with the question, “What is your favorite product or advertisement?” over 80 responses were collected. These products were then researched in the internet and the associated commercials were downloaded as material for further development of the project.

As a means of analysis, Amanda Moore and Kristof Gavrielides developed a series of questions, a survey for the public (the consumer) and simultaneously deconstructed the collected videos and developed a tool for re-interaction. For the third week of JUST, Gavrielides and Moore will continue to develop the project.

The initial goal of this project was to analyze, to develop an understanding of the consumer. In this second phase, through a different kind of interaction with these materials, the consumer has the potential to understand himself.

Raum C

Andreas Bär

Projektionen

Was haben Feinstaubwerte an der Theodor-Heuss-Straße mit Conchita Wurst zu tun?
Warum flaniert Walter Benjamin durch die Passage zu Rose Selavy? Warum erinnert der Boden in der Calwer Passage mehr an ein Mühlespiel als an ein Schachbrett?
– Fragen über Fragen.

In seinen Dia-Projektionen setzt der Künstler Andreas Bär die örtlichen Gegebenheiten in Relation zur Kunstgeschichte und entwickelt für die Passanten im Vorübergehen ein Vexierspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Raum D

Elsa M´bala

Konversationen/Conversations

Mit einem Loop-Gerät nimmt die Künstlerin Elsa M'bala Rasselklänge, Melodien, Text-, Gesang- und Geräuschsplitter auf. Sie vermischt Fragmente ihrer kulturellen Identität aus Kamerun und Deutschland mit persönlichen Kommentaren zu ihrer Generation.
Das Loop-Gerät als Zwischenspeicher des kulturellen Transfers, zwischen Tradition und globaler Simmultanität erzeugt neue Konstellationen der Erzählung.

Raum E

Christa Munkert

Plakatübermalung im offenen Atelier

Die Künstlerin Christa Munkert fragmentiert die Bilder, Texte und Zahlen von Werbebotschaften mit ihrer Plakatübermalung.
Der oberflächliche Glanz der Werbung bricht auf, Gegensätze stellen neue Bezüge her und stellen überspitzt die Hinterlist des Konsums dar.

Wochenprogramm offenes Atelier Raum G

Do.22.05.
12:00 Uhr
I put a spell on you
Schüler überarbeiten Werbung

Fr.23.05.
11:00 Uhr
Anbetung
Schüler überarbeiten Werbung

Sa.24.05.
Verlockung

So.25.05.
Wie man eine Frau zerlegt

Mo.26.05.
fabulous fake

Di.27.05.
Du bist so schön

Mi.28.05.
Buddha auf Erdbeerquark
Auftragsarbeiten/ Arbeitsaufträge

Do.29.05.
19:00–20:00 Uhr
Was wünscht Du Dir?
Lagen und Löcher in der Malerei von Christa Munkert.
Hannelore Kober fragt nach!

Raum G

Oliver Herrmann

Autokino

Video 4:44 min, Loop ohne Ton 2005

Die Videoinstallation von Oliver Herrmann zeigt ein Autokino, dessen Leinwand weiß strahlt. Ein massiver Zaun trennt das Innere des Areals, er verwehrt unserem betrachtenden Blick den Zutritt. Das mögliche Geschehen des Kinoareals bleibt dem Betrachter verborgen. Die Leinwand bildet eine Leerstelle, die alles enthalten kann. Die Szene ist ruhig, nur minimal bewegen sich die Bäume im Wind. Die einzige Verbindung ins Innere wird durch eintretende Personen markiert. Doch die Frage warum diese Personen bei einem sonnigen Tag ein Autokino besuchen bleibt offen.

Raum H

Die Stadtisten

Im Rahmen von JUST-Episoden in der Calwer Passage bespielen die Stadtisten einen Raum.

Als Gäste mit dabei:
Jonas Bolle und Simon Kubat - Live-Hörspiel
Die kritische Begleitung (Eva Graeter, David Stützel, Putte) - Improvisierte Musik
Beatrice Bacher - Singer/Songwriter
Joe Bauer - Lesung
Tino Bomelino - Comedy/Musik
Sakee Namazake - Live-Painting
Zeitschleife Visuals - Visuals

Renate Liebel

Schlauchgewächs

Die Künstlerin Renate Liebel verbindet industriell hergestellte Materialien mit gewachsenen Objekten zu hybriden Raumelementen.
Die vorgefundenen, räumlichen Situationen sind Ausgangspunkt ihrer Bepflanzung.
Aus den Löchern im Boden werden Baum-, Ast- und Buschversatzstücke wachsen, in die sich schwarze Schläuche ranken und langsam den Raum durch ihr Volumen verschlingen.

Raum M

Michl Schmidt

Sortiment

Die Installation „Sortiment“ verwaltet die Materialien, die während des Ausstellungsprojektes „Just-Episoden in der Calwer Passage“ zum Einsatz kommen. Die Materialen werden einer Struktur hinzugefügt und entnommen, die in ihrer Beschaffenheit und Erscheinung immer auf die jeweiligen Umstände des Bestands reagiert und sich den jeweiligen Anforderungen anpasst, sich also über den gesamten Zeitraum in einem ständigen Wandel befindet. „Sortiment“ stellt so die ästhetische, aber auch die praktische Akkumulation von verwendbaren Materialien dar, die im „Sortiment“ für kurze Zeit Teil der Installation werden, gleichzeitig jedoch im Moment der Ausgabe Gegenstände des Gebrauchs bleiben.

Raum A

Simon Braun & Ephraim Ebertshäuser

Kunst gegen Glück – Begehren, Wagen, Gewinnen

Lässt sich Begehren so einfach mit Geld erwerben? Die Kunst als Objekt der Begierde und Fetischobjekte des Alltags fordern den Konsumenten/Kunden zu einem emotionalen Tausch auf. Sie zeigen uns, wie sich Begehren an das Moment der Identifikation mit Objekten koppeln. Im Shopkonzept „Kunst gegen Glück – Begehren, Wagen, Gewinnen“ entscheidet das Glücksrad über den Verlauf der Dinge und lässt zwei Interessenten an einer Tischtennisplatte, am Roulette und weiteren Spieltischen gegeneinander antreten. Der Tausch wird mit dem Spiel zelebriert, das Wagnis steigert das Begehren, und der Gewinn befriedigt.

Donnerstags-Special: Bingo-Abend

Raum B

Hans Dieter Huber

Push and Pull: Zur Konstruktion künstlerischer Situationen

19 – 22h

Hans Dieter Huber wird an diesem Abend eine situative Performance Lecture mit Glaszeichnung durchführen. Die Komplexität der künstlerischen Situation der Ausstellung JUST wird dabei allgemein erklärt, kommentiert und skizziert. Das Kunstfeld lässt sich in drei Bereiche untergliedern: die Werke, die Akteure und die jeweilige Situationen. Hans Dieter Huber wird dazu einige zeichnerische Anmerkungen machen.

Raum C

Wand 5 e.V.

Stuttgarter Filmwinter: Welcome To The New Age

Mit Film, Musik, Performance und Begegnungen ist das FESTIVAL FOR EXPANDED MEDIA vom 16.–22.5.2014 live vor Ort bei „JUST – Episoden in der Calwer Passage“. Die MacherInnen bieten von Stuttgarts legendärem Festival für experimentellen Kurzfilm und Neue Medien allen Interessierten die Möglichkeit, einen Blick auf das „Making-of“ des kommenden Festivals im Januar 2015 zu werfen.

Wochenprogramm des Filwinters in Raum D

Fr 16.5.

19:00 Uhr
Akten X – das Geheimarchiv

16-mm Filmrollen, die über Jahrzehnte nicht gezeigt worden sind.

19:30 bis 20:30 Uhr
Einreichungsbüro „Übernacht berühmt“

Reiche deine eigenen Arbeiten ein, ob Kurzfilme, Performances oder Installationen und lasse dich von uns beraten. Wir kennen uns aus und können dir sagen, wo du deine Arbeiten einreichen könntest!

21.00 Uhr
Emerging artists

Kurzfilme deutscher Experimenteller Filmemacher der jüngeren Generation. Das wird Cult!

Sa 17.5.

18:00 Uhr
Akten X – das Geheimarchiv

16-mm Filmrollen, die über Jahrzehnte nicht gezeigt worden sind.

19:30 bis 20:30 Uhr
Einreichungsbüro „Übernacht berühmt“

Reiche deine eigenen Arbeiten ein, ob Kurzfilme, Performances oder Installationen und lasse dich von uns beraten. Wir kennen uns aus und können dir sagen, wo du deine Arbeiten einreichen könntest!

20:30 Uhr
„Die totale Therapie von Cristian Frosch“

Österreich 1996, 125 min. mit Blixa Bargeld als Guru

So 18.5.

12:00 Uhr
Brunch und für alle offene Hörsitzung von Wand 5 e.V.

zum Thema „Wer soll den nächsten Filmwinter musikalisch bereichern?“ Sag uns deine Meinung!

15:00 bis 16:00
Akten X – das Geheimarchiv

16-mm Filmrollen, die über Jahrzehnte nicht gezeigt worden sind.

16:00 bis 17:00 Uhr
Einreichungsbüro „Übernacht berühmt“

Reiche deine eigenen Arbeiten ein, ob Kurzfilme, Performances oder Installationen und lasse dich von uns beraten. Wir kennen uns aus und können dir sagen, wo du deine Arbeiten einreichen könntest!

Mo 19.5.

Beginn 14:00 Uhr
Endpräsentation 19:00 Uhr
POWER TO THE POWER

Ein Labor mit Christian Schock, Harry Delgas, Nicolas Ohnesorge und Philip Lawall.

Anschließend ab 20:30 Uhr
Die Montage-Gruppe präsentiert im Tonstudio (Ecke Langestraße/Theodor-Heuss-Straße 23) „Elektrizität: Gefährliches Halbwissen – jetzt helfe ich mir selbst“

Mi 21.5.

??:?? Uhr
They’re after the place. They don't know why, they just remember...

(Peter in Romero´s Dawn of the Dead)

ab 18:00 Uhr
Die Gelegenheit Teil des Untoten Mobs zu werden

(Schminken)

19:00 bis 22:00 Uhr
interaktive Installation: Fragen eines reflektierenden Zombies

22:00 Uhr
Zombiefilm

In der Nacht ist die Passage schon bei Benjamin ein Weg in die Unterwelt gewesen. Romero´s Zombies erscheinen als leidenschaftlicher Wanderer durch die Passagen. Jenseits der ansteigenden Hetze der bürgerlichen Subjekte ist der lebende Tote ihr Antibild und er erscheint zunehmend sympatischer: Egal ob er in Warm Bodies mehr Gefühle zeigt als der Verkäufer, der uns alles verwehrt, wenn unser Geld nicht reicht; oder auch als Projektionsfläche der eigenen Ohnmacht gegen die Gesellschaft. Weil der Zombie von einer Kraft getrieben wird, die ihn kontrolliert und der er ohnmächtig ausgeliefert ist, während allzuviele der Lebenden mit Willen und Verstand sich und andere zu Untoten machen, ist der Zombie die Allegorie auf soziale und politische Verhältnisse. Der Zombie als vereinzelt Einzelne, der am Ende noch sich selbst verliert – oder als ein verheißungsvoller Gegenentwurf?

Do 22.5.

18:00 Uhr
Apéro auf 16-mm
November 1-30 von Jan Peters, 1988, 86 min, 16 mm

November, 1-30 ist ein filmisches Tagebuch, ein Versuch, Ordnung zu bringen in die vielen Dinge, die das eigene Leben sind. Jeden Tag im November 1996 hat Jan Peters drei Minuten Film belichtet: Sammeln, das bedeute für ihn sortieren, sinnsuchen, hat Peters über seinen Film gesagt. Die Kamera wird zu einem Instrument der Selbstvergewisserung. Ein Meileinstein in der Geschichte der 16-mm Filme.

Raum D

Florina Leinß

open setting – setting open

Der vorgefundene, sich nach außen öffnende Raum wird sukzessive verschleiert. Eine transluzente Bauplane dient als Haut zur Außenwelt, welche die Aktivität dahinter nur erahnen lässt. Die Planen bilden ein verzweigtes Raumgefüge und lassen immer wieder neue Durchsichten und Durchgänge entstehen. Im Laufe der Projektwoche wächst ein Labyrinth im Raum. Die Plane als Element ist Bildträger und wird im Innern des Raumes zu einer Rauminstallation.

Zum Auftakt der Projektwoche OPEN SETTING - SETTING OPEN erklingt Julia Döbeles Stimme

17.–22. Mai, 14–20 Uhr: Open Setting
22. Mai, 19 Uhr: Setting Open (Finissage)

Raum E

FUKSLABOR:

Interaktion mit JUST

FUKS sind in wechselnder Konstellation präsent, um das zu tun, was ansteht: Denken, Planen, Bauen, Spielen, Sprechen, Zuhören, Arbeiten und die Kunst im Herzen von Stuttgart stärken - Sprecht uns an!

Raum G

Jonnie Döbele & Hannelore Kober

Kurz nach Acht: Filminstallationen von Hannelore Kober und Jonnie Döbele

Am Freitag, den 16.5. um 20:15, kurz nach der Tagesschau, startet in der Calwer Passage die Ausstellungsreihe „Kurz nach Acht: Filminstallationen von Hannelore Kober und Jonnie Döbele“. Zwischen 16.5. und 22.5.2014 werden jeweils um 20.15 (Montag und Dienstag Ruhetag) Filme von Hannelore Kober und Jonnie Döbele gezeigt. Das Ausstellungsprojekt, von Florian Härle kuratiert und von Studenten der Akademie der Bildenden Künste unterstützt, findet im Rahmen der „Just-Episoden in der Calwer Passage“ statt. Präsentiert werden eine Auswahl von Filmen, Filminstallationen und Mehrfachprojektionen im Originalformat, d.h. Super 8,16-mm und Video aus der Punk und New Wave-Ära der späten 70er und 80er Jahre. Im Anschluss an jede Vorstellung findet ein Künstlergespräch statt. Das detaillierte Programm gibt es unter www.facebook.com/KurzNachAcht.

Wochenprogramm des Filmseminars in Raum H

Fr 16.5. 20:15

Vernissage mit anschließendem Künstlergespräch

Filmprogramm
8 & 16mm Single Screen:
Persiflagen auf den Formalen Film?

HACKENSACK SPAGHETTI
USA 1979, 16mm, s/w, Ton, 8 Min 30

LONDON POSTCARDS
UK/USA 1979/80, 16mm, Farbe, Ton, 6 Min 30

ANNELIESE
USA 1980, 16mm, Farbe, Ton, 4 Min

POLKAFOX
BRD 1982, Super 8, Farbe, Ton, 3 Min 30

BAHLSENSCHWENK
BRD 1983, Super 8, Farbe, Ton, 4 Min 30

ÜBER NACHT BERÜHMT
BRD 1983, Super 8, Farbe, Ton, 35 Min

Sa 17.5. 20:15 Uhr

No.1_Filminstallation
DER KAHLE BERG (Same Old Story)
BRD 1977/78, Super 8, Farbe, Ton, ca. 13 Min
4-screen/sound Installation
(4 x S 8mm-Projektoren, 4 x Ton)

So 18.5. 20:15 Uhr

No.2_Videoinstallation
KEIN WASSER (No Water)
BRD 1988, u-matic HB, Farbe, Ton, 20 Minv Upright Video Installation
(1 Monitor, Ton)

Mi 21.5. 20:15 Uhr

No.3_Filminstallation THREE BLIND EYES UK 1979, Super 8, Farbe, Ton, 9 Min Doppelprojektion (2 x 16mm-Projektion, 1 x Ton)

No.4_Filminstallation
NOCH'N PAAR STILLEBEN (Some More Still Lifes)
BRD 1984, Super-8 Farbe, Ton Installation mit Film-Endlosschlaufe (1 x S 8mm-Projektor, Stumm)

Do 22.5. 20:15 Uhr

No.5_Filminstallation N. Y. C. - drei Filme zur gleichen Zeit (Scenes from Manhattan's Lower East Side) USA 1980, Super 8, Farbe, Ton, 33 Min Dreifachprojektion (3 x S 8mm-Projektoren, Ton)

Raum H

Doris Graf

Signs of Stuttgart

Mit dem partizipatorischen, ortsbezogenen und prozessual angelegten Kunstprojekt „Signs of Stuttgart“ untersucht die Künstlerin Doris Graf die Identifikation der BürgerInnen Stuttgarts mit ihrer Stadt. „Signs of Stuttgart“, ist, analog zu den Projekten „Eu, Rio“, CRIO Biennale Rio de Janeiro, 2012 und „Eu, São Paulo“, 2014 ein Beitrag zum Deutschlandjahr 2013/14 in Brasilien ein auf Partizipation beruhendes Projekt mit dem Schwerpunkt, sich den Stadtraum São Paulo über mehrere Aktionen an diversen Orten anzueignen. Dabei wird die Identifikation der beteiligten Bürgerinnen und Bürger mit dem Stadtraum sowohl untersucht, als auch gestärkt. Es geht auch darum, einen vielschichtigen, kosmopolitischen Blick, konträr zu einem egozentrischen, auf die Stadt zu visualisieren. Die Sichtweise der anderen rückt ebenso in den Fokus wie der eigene Blick. Dies wiederum fördert den Gemeinschaftssinn und die Toleranz. Unabhängig von Nationalität, Alter, Geschlecht und sozialem Status sind alle Passanten im Zuge der Episode „Signs of Stuttgart“ eingeladen, auf einem speziell hierfür angefertigten Formular ein Zeichen zu entwickeln, welches ihre Beziehung zur Stadt Stuttgart ausdrücken soll. Die entstandenen Resultate werden nach und nach im Ausstellungsraum ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Raum M

Michl Schmidt

Sortiment

Die Installation „Sortiment“ verwaltet die Materialien, die während des Ausstellungsprojektes „Just-Episoden in der Calwer Passage“ zum Einsatz kommen. Die Materialen werden einer Struktur hinzugefügt und entnommen, die in ihrer Beschaffenheit und Erscheinung immer auf die jeweiligen Umstände des Bestands reagiert und sich den jeweiligen Anforderungen anpasst, sich also über den gesamten Zeitraum in einem ständigen Wandel befindet. „Sortiment“ stellt so die ästhetische, aber auch die praktische Akkumulation von verwendbaren Materialien dar, die im „Sortiment“ für kurze Zeit Teil der Installation werden, gleichzeitig jedoch im Moment der Ausgabe Gegenstände des Gebrauchs bleiben.

Raum A

Amanda Moore, Robert M Ochshorn & Steffen Kugel

JUST Shopping

During the first week of the JUST exhibition project, artist Amanda Moore will be located in the Shop collecting, documenting and organizing ideas and information in the form of digital material relating to the topic of shopping and consumption. Throughout the week, ideas and information will accumulate, generate and be exchanged through physical & virtual interaction. As a means of further research, Moore will be experimenting with InterLace, a software developed by Robert M Ochshorn, a current fellow at Akademie Schloss Solitude. Project participants and passerby alike are invited to stop by the „Shop” to show off a new purchase, a favorite product, to talk about a product which could be improved, to invent a product which doesn’t yet exist or simply to relax and take a break from shopping.

Raum B

Karima Klasen

To Connect Space and Place

Im Fokus des Arbeitsaufenthaltes steht für mich die visuelle Erforschung der Umgebung und der Räume (Innen & Außen) in Verbindung mit der Geometrischen Form und konzeptionellen Überlegungen in situ. Ich werde in der Calwer Passage aus vorhandenen Konstellationen und in Beziehung zu architektonischen Ausschnitten eine neue situative, dialogische Werkreihe begründen. To Connect Space und Place bedeutet Zeit und Raum, Hier und Jetzt mit dem Ort zu verknüpfen und eine Freiheit im künstlerischen Handlungsspektrum vorzufinden, die weder ein Ziel noch Endprodukt vorschreibt. Die Werkreihe, angelehnt an das umfassende Konzept der Episode, ist stetig im Wandel, im permanenten Austausch mit der Umgebung und reagiert auf die Ereignisse und Dynamik der Situationen.

Raum C

Jan Löchte & Helmut Dietz

Just Black and White

„Sich in Sicherheit/ Wiegen in Sicht/- Access denied. Per Aspera ad astra."
Helmut Dietz: „Zoom. Femme Fontaine."
Im Chor: „Minimal Sculpture"

Raum E

Helmut Dietz

Caroussel à la Concorde

Durch eine einfache technische Funktion, das Setzen zweier Keyframes, wird die Bewegung des Riesenrads auf dem weihnachtlichen Place de la Concorde auf die Umgebung übertragen. Das Rad erscheint als Fixpunkt in einer schwindelnden Welt. Das Weltgefüge wird auf subtile Art und Weise ausgehebelt und die Denkkategorien real und irreal in Frage gestellt.

Raum D

Hannelore Kober

Gemeinschaftspraxis
Körper, Geist, Gewand

Es gibt einen „Charisma-Code“, mit dem sich die Außendarstellung eines Menschen verbessern lässt. Es gibt den Körperindex BMI (Body-Mass-Index). Das ist eine Generalmaßeinheit für das Gewicht. Und Mister Dresscode geht schon in die 1. Klasse der Grundschule. Freiwillige Selbstregulierung und Vereinheitlichungsmechanismen sind ziemlich in. „Ich will das nicht und probe stattdessen Selbstdarstellung pur – mit mir und dem Publikum. Ich mache Körperarbeit-Sitzungen und Sessions, bei denen wir versuchen, herkömmliche Bekleidungsgewohnheiten zu unterwandern.“ An allen Tagen, außer am Freitag, wird die Künstlerin an Gewandstücken arbeiten und sich auf die folgenden Abende vorbereiten.

Fr. 09.05.2014, Ca. 20:20–20:45 Uhr — „Tomatenhalter“, Schaufenster-Performance
Sa. 10.05.2014, 19:00 Uhr — „Was will die heutige Kunst“?, Gesprächsrunde mit Stuttgarter Künstlern. Ca. 20 TeilnehmerInnen. Moderation Hanni Kober. Zuschauen, Zuhören, Mitreden ist erwünscht.
So. 11.05.2014, 17:00—ca. 19:30 Uhr — Modemacherin Loubna Forer präsentiert ihr außergewöhnliches Modelabel FickShui — 19:00 Uhr — Eva Busch, Heilpraktikerin (HP A) für Chinesische Medizin referiert über Diagnose-Arten der traditionellen chinesischen Medizin. Z.B. „Puls- Iris- Zungendiagnose“. Individuelle Diagnose mit tief in die Augen sehen, ist möglich.
Mo. 12.05.2014, 14:00—14:45 Uhr — „Feldenkrais“, Unterricht mit Sabine Lynch von NYCDS/ NewYorkCity DanceSchool. „Optimieren Sie ihre Flexibilität, verbessern Se ihre Körperhaltung und steigern Sie so ihr Wohlbefinden!“ (Einfach vorbeikommen. Keine spezielle Kleidung notwendig) Ab 19:00 Uhr — „Kopfarbeit: Über Kunst und das Gemüt reflektieren.“ Einzelgespräche mit Hannelore Kober. Bitte Anmeldung unter: 0177-1530 289
Di. 13.05.2014, 13:30—15:00 Uhr — Anatomie-Unterricht mit Dozentin Anette von der pda/Professional Dance Academy in Zusammenarbeit mit der NYCDS. 15:00 – ca. 17:00 Uhr — Performance-Workshop mit Hannelore Kober und PDA-Ausbildungsschülern.
Mi.14.05.2014, 14:00 Uhr — „PAINT DRESS and GET DRESSED“, Workshop mit „Flüchtlingskindern“. Das Gewand. Wozu die Hülle und welche? Hüllendarstellungen.
Do.15.05.2014, 20:00 Uhr — „BRIGITTE“, Performance mit Hannelore Kober, Rüdiger Scheiffele und Julia Döbele.
Raum G

Lindsay Foster

Laughers

This piece explores intentional laughter. Participants are asked to laugh for the camera for as long as they like, in a location of personal significance. Normally, people laugh for any number of reasons - awkward discomfort, satire, humor, or various other prompts. For a person laughing, the results are healthy - increased endorphins, a sense of empowerment, a release, an anesthetic effect and potentially heightened self-awareness. Here, the subject laughs but without prompt. Instead a response is projected and the audience is left to respond without a provided context. If laughter is a social communication tool, what happens when components of the interaction are hidden? This work considers the interchange of this typically natural communicative act between subject and object under the conditions of performance and lens mediation.

Raum H

Uwe H. Seyl

Dokumentation: Kunstkongress „europa 79“

Vom 26.9 bis 5.10.1979 fand in Stuttgart der 9. Internationale Kunstkongress „europa 79“ statt. Zu den Aktionen außerhalb des Deutschen Künstlerbundes gehörte die Spurensicherung der Calwerstraße und Passage vom 18. bis 23. September. Es ging um eine Aktivität, die mit Kunst nichts zu tun hatte und der Belebung eines Stadtquartiers dienen sollte. Die Straße und Passage wurden über Nacht mit Nesselstoff bedeckt und an verschiedenen Stellen wurden Fußstempelkissen positioniert. Von 8.30 bis 20.00 Uhr wurden durch die Farben, sowohl die Spuren der Passanten als auch die Struktur des Untergrunds „aufgezeichnet“. Am 17.9. trugen Kinder der Merz Schule die Stoffbahnen zum neuen Schloss und legten sie dort aus. Kurz danach versteigerte und verkaufte Günther Wirth Ausschnitte der Stoffbahnen.

Veranstalter: Interessengemeinschaft Calwerstraße und Passage
Idee und Konzept: Walter Barner
Organisation und Durchführung: Interactio, Calwerstraße 54
Die Aktion wurde von Uwe H. Seyl dokumentiert.
Raum M

Petra Stransky & Rik Beck

CaCO3 RaumTanzLabor

Eine Woche lang werden wir im Modus „work in progress“ in einem Raum der Calwer Passage arbeiten. Kunst entsteht vor Ort, im Ausstellungsraum und ist öffentlich. Praktische, konkrete Arbeit (Auseinandersetzung mit dem Element Kalk) sowie abstrakte und konzeptionelle Arbeit (Auseinandersetzung mit Texten, Thesen und Theorien) ist Teil des Prozesses. Jeden Abend um 19 Uhr kann das Publikum den jeweils aktuellen Stand des Dialogs zwischen dem tanzenden Körper im „Kalkraum“ nachvollziehen und mit den Künstlerinnen ins Gespräch kommen – Rückfragen, Kommentare, Diskussionen etc. sind erwünscht.

Finissage 15.5.14.Schaufenster-PerformanceTanz RaumPerformance von Petra Stransky & Rik Beck mit anschließender Auktion des Kunstwerks CaCO3 RaumTanzLabor, Kalk auf Folie
Auktionatorin:

Julia Döbele

Raum M